Hallo Leute,

letztes Wochenende war ich zum ersten Mal in Urlaub mit meinen Zweibeinern. Besser gesagt, meine Zweibeiner mit mir – denn ohne mich gehen die ja nirgendwo hin! Also, mein Frauchen hatte Geburtstag und mein Herrchen hat ihr einen Kurzurlaub in einem supertollen Hotel am Schluchsee im Südschwarzwald geschenkt. Herrchen meint, die besten Geschenke sind die, von denen man selber auch was hat. Ich glaube, der ist ein Frauenversteher.

Also machten wir uns letzten Samstag auf die Reise. Wir mussten nur etwas mehr als 200 km fahren, ein Klacks für mich; schließlich habe ich schon dreimal mehr als die doppelte Strecke von Lippetal nach Langenalb zurückgelegt. Meine Einsteigphobie habe ich inzwischen auch überwunden und der schwarze Schwedenbomber ist bereits mein zweites Zuhause geworden.

Schon nach einem Viertel der Strecke legten wir einen Zwischenstopp ein in Frauchens Lieblings-Rasthaus in Baden-Baden, denn dort gibt’s, laut Frauchen, die beste Gulaschsuppe in ganz Deutschland. Als Herrchen dann mit mir Gassi ging, war vielleicht was los. Also Leute, jetzt Mal ganz im Ernst: wo ich hinkomme, geht die Sonne auf. Meine Zweibeiner können’s bezeugen. Sobald Menschen mich erblicken, geht ein Strahlen über ihr Antlitz und ihre Augen beginnen zu leuchten. „Schaut mal, der Knut in schwarz!“ „Guck mal, was für ein Kuschelbär!“ sind nur einige der Sprüche die ich zu hören bekomme. „Ist der knuddelig! Darf man den streicheln?“ Natürlich darf man mich streicheln – kann aber vorkommen, dass ich aus lauter Freude ein bisschen zwicke.

Auf einer Bank vor dem Restaurant saßen fünf junge hübsche Frauen, die bei meinem Anblick spitze Schreie des Entzückens von sich gaben. Ich bin sofort hingerannt und hab mich direkt zu Füßen einer vollschlanken jungen Dame hingeworfen, um mich knuddeln zu lassen. Mann, die hatte vielleicht soooo einen großen …. – mindestens 85C, meint Frauchen. Diese Vorliebe muss ich wohl von Dogdaddy „geerbt“ haben. Die Ladies wollten mich gar nicht mehr gehen lassen, so dass Herrchen schließlich anbot, sich als Geisel gegen mich austauschen zu lassen. Dieses Begehr wurde jedoch seitens der Damen (einschließlich Frauchen) dankend abgelehnt. Daraufhin zog Herrchen erst eine Schnute und dann mich hinter sich her und wir schlichen davon – ich natürlich hoch erhobenen Hauptes.

Im Hotel war’s dann alles ganz easy. Meine Zweibeiner waren erst ganz besorgt, ob sie mich alleine im Zimmer lassen konnten, wenn sie zum Frühstück oder Abendessen gehen. Ursprünglich wollten sie mich in der Zeit im Schwedenbomber lassen, aber dann durfte ich doch im Zimmer bleiben (und das trotz eines grünen Teppichs mit Blumenmuster, den man sehr leicht mir einer Blumenwiese verwechseln konnte). Aber nichts ist passiert. Ich war die ganze Zeit total friedlich und lieb. Nur beim Galadiner am Sonntagabend habe ich ein wenig das Zimmer aufgeräumt, als meine Zweibeiner ein wenig länger abwesend waren (siehe Fotos in Galerie 12). Apropos Galadiner. Das Essen im Hotelrestaurant soll ja, laut Frauchen, ganz vorzüglich gewesen sein; schließlich besitzt die Küche seit 40 Jahren ununterbrochen – als einziges Restaurant in Deutschland (sagt Frauchen) - einen Michelin-Stern. Na doll, und was hab ich davon gehabt. Ich habe meine üblichen langweiligen Rationen Trockenfutter bekommen. Na gut, zwischendurch auch mal ein lecker Öhrchen - fettarm, selbstverständlich. Die schlagen sich die Wampe voll und bei mir achten sie streng darauf, dass ich ja nicht zu viele Kalorien zu mir nehme. Übrigens, habt ihr schon mal bemerkt, dass die dicksten Frauchen im Hundeleben oder Fressnapf oft nach Diätfutter für ihre Lieblinge fragen, sagt mein Herrchen? Aber das nur mal so nebenbei.

Im Hotel fanden mich dann auch alle zuckersüß und goldig und wollten mich knuddeln – abgesehen von denen, die mit Hunden nicht so viel am Hut haben (soll’s ja auch geben). Eine nette junge Frau mit einem gaaanz dicken Bauch sagte zu meinen Zweibeinern: „Ich hoffe, mein Baby wird auch mal so wunderschön wie Ihr kleiner Hund.“ Na da musst Du Dich ganz schön anstrengen, junge Dame, dachte ich bei mir. Dann fragte sie noch: „Was isses gleich für ne Rasse?“ Meine Zweibeiner waren ganz gerührt ob des Lobes und erklärten ihr dann, dass ich keineswegs ein Mischling, sondern ein reinrassiger altdeutscher Schäferhund bin, und zwar „vom Möhnesee“ – jawoll! Darauf meinte sie: „Also blaublütig, sozusagen!“ Das will ich wohl meinen.

Jeden Tag sind wir an den Schluchsee gefahren, in dem ich rumpaddeln und Stöckchen holen konnte. Ihr wisst ja inzwischen sicher, dass ich eine Wasserratte bin – das hat supertoll Spaß gemacht. Sehr gut gefallen haben mir auch die Spaziergänge mit meinem Herrchen um 7 Uhr morgens durch den schwarzen Wald – besonders bei Regen und Nebel. Kein Mensch war weit und breit zu sehen und ich durfte die ganze Zeit ohne Leine herumrennen.

Jedenfalls war mein erster Urlaub ein rundrum tolles Erlebnis – auch für meine Zweibeiner. Die sind heilfroh, dass ich so gern verreise – schließlich will ich ja was sehen von der Welt – und dass sie ohne Probleme mit mir im Hotel übernachten können. Ich war schließlich auch ganz lieb zu ihnen: ich bin viel seltener an der Tür hochgesprungen als daheim, um sie dezent darauf hinzuweisen, dass ich mal Gassi gehen möchte. Das war auch ein bisschen umständlicher als zuhause. Erst mussten wir einen ganz langen Hotelflur entlang laufen, dann mit dem Lift zwei Stockwerke runterfahren, durch die Lobby und aus dem Hotel heraus – und dann war’s noch ein ganzes Stück bis zu ersten grünen Wiese. Mein Herrchen ist manchmal ganz schön mit mir gespurtet – hihihi.

Gerade planen sie schon meine nächste Reise. Ich bin schon mal gespannt wo’s hingeht. Ich freu mich jedenfalls schon drauf!

Bis dann

Euer Elmo XIV.